WAPPENBESCHREIBUNG:
"Zwischen blauen Zinnenflanken
in Silber über einem blauen Buch
mit silbernen Beschlägen
eine blaue Lilie"
War das Wappen anfänglich Erkennungszeichen des voll gerüsteten Ritters, dann, in Siegel geschnitten, jahrhundertlang Beglaubigungsmittel von Urkunden, drückt heute das Wappen einer Gemeinde das Sinnbild deren unverwechselbarer Eigenständigkeit aus.
Dies wurde auch für das Wappen von Maria Buch-Feistritz in seiner besonderen Geschichte gefunden. Das seit altersher von wichtigen Wegen durchzogene Gebiet der Gemeinde bedurfte zur Sicherung der Wehranlagen. In Thann und Authal wurden diese zu Schlössern ausgebaut. Liechtenstein, nach dem sich die Kämmerer des Herzogtums Steiermark nannten und deren Schrägbalken eine Nachbargemeinde in ihr Wappen aufgenommen hat, ist längst verfallen. Die Wehrhöfe kleiner Dienstleute zu Algersdorf und Fisching sind nur aus mittelalterlichen Urkunden bekannt. Erhalten blieb ein Siegel von 1415 des Konrad, der sich nach Buch nannte und das Schild ein Buch zeigt. Schon damals wurde der wohl von der Buche hergeleitete Name des Ortes, der 924 als Puoch erstmals in einer Urkunde aufscheint, umgedeutet. In einfacher Bildsprache der Heraldik wurde das Buch, Zeichen eines früheren und wohl auch gelehrten Mannes des Gemeindegebietes, zwischen die Zinnenflanken gesetzt, die in knappster Form schutzgewährende Burg und Schloß ausdrücken.
Das in vorbairischer Zeit nur spärlich besiedelte Gebiet - die Feistritz, das Wildwasser, und Möbersdorf deuten darauf hin - wurde in frühester Zeit bairischer Besiedlung urbar gemacht; alle Orte entwickelten sich aus Höfen, gegründet zu einer Zeit, als das Wort Dorf noch die Bedeutung von Gehölft hatte. Dass es Baiern waren, die den Boden bearbeiteten, bezeugt, das um 1150 erstmals schriftlich überlieferte Baierdorf. Deshalb erhielt das Wappen der Gemeinde Maria Buch-Feistritz die bairischen Farben, Silber und Blau.
Um über alle Vergänglichkeit von Werk und Wissenschaft der Menschen auf ewige Unvergänglichkeit hinzuweisen, wurde eingespannt zwischen Zinnen, über das Buch die Lilie gestellt, Zeichen unserer Lieben Frau zu Buch, wie die der Großmutter geweihte Kirche, das kostbare Kleinod der Gemeinde über die Jahrhunderte hin genannt wurde, als Sinnzeichen steten Blühens und damit hoffnungsfroher Gegenwart und künftiger erfüllter Ewigkeit.